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Warum wir unsere Fetische und sexuellen Vorlieben oft im Verborgenen lassen

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Warum wir unsere Fetische und sexuellen Vorlieben oft im Verborgenen lassen

Früher Tabu, heute diskret möglich - Fetische

Gastbeitrag von Lena (Intim.de)

Jeder Mensch hat eine Schublade, die für die Außenwelt geschlossen bleibt. Oft werden ihre Inhalte nicht einmal mit dem Menschen geteilt, mit dem man das Bett teilt. Was sich darin befindet? Fantasien, Fetische oder sexuelle Vorlieben, die einen reizen und nach denen man sich sehnt.

Doch warum fällt es uns so schwer, offen darüber zu sprechen?

Scham und gesellschaftliche Erwartungen

Ein Gefühl spielt dabei fast immer eine Rolle: Scham.

Wir lernen früh, dass es mitunter besser ist, den Mund zu halten, statt zur Zielscheibe von Spott oder Unverständnis zu werden. Wer das einmal erlebt hat, lernt schnell, dass es oft einfacher ist, Gedanken und Wünsche für sich zu behalten. Das betrifft besonders das Sexleben, denn gerade in diesem Bereich können Welten aufeinanderprallen.

Es gibt eine Menge ungeschriebener Regeln und gesellschaftlicher Normen, deren man sich oft erst bewusst wird, wenn man mit seinen Vorstellungen aus diesem Rahmen herausfällt. Auch wenn Filme, Serien und Medien in den vergangenen Jahren dazu beigetragen haben, offener über Sexualität und Fetische zu sprechen, werden viele sexuelle Vorlieben noch immer lieber hinter verschlossenen Türen ausgelebt. Oder erst gar nicht.

Man sollte meinen, dass wir im Jahr 2026 Toleranz leben. Doch wer sich umblickt, wird rasch eines Besseren belehrt. Die Sorge, was andere Menschen wohl von einem denken könnten, begleitet viele bis heute. Gerade Menschen mit eher ungewöhnlichen Vorlieben glauben häufig, mit ihren Wünschen allein zu sein. Erst wenn sie sich intensiver mit dem Thema beschäftigen oder mit anderen austauschen, merken sie, dass viele Fetische deutlich verbreiteter sind, als sie gedacht hätten.

Das Internet macht Diskretion einfacher

Immerhin muss man der Technik und dem Internet zugutehalten, dass es heute deutlich leichter geworden ist, Gleichgesinnte zu finden oder sich anonym über die eigenen Wünsche auszutauschen. Wer seine Fetische ausleben möchte, hat heute verschiedene Möglichkeiten, sei es in Foren und Gruppen, in speziellen Clubs oder auch über eine Escort.

Das nimmt vielen die Angst, "anders" zu sein. Gerade Fetische die über leichte Fesselspiele hinausgehen, stoßen im persönlichen Umfeld noch immer häufig auf Unverständnis. Wer sich mit Gleichgesinnten austauscht, merkt häufig schnell, dass die eigenen Fantasien gar nicht so außergewöhnlich sind, wie zunächst angenommen. Auch Menschen mit einem eher außergewöhnlichen Fetisch, etwa einem Windelfetisch oder Interesse an Petplay, finden dank des Internets heute Möglichkeiten, ihre Fantasien diskret auszuleben. 

Mit den eigenen Fantasien nicht allein sein

Sich zumindest hin und wieder mit Menschen zu umgeben, die ähnlich ticken, kann dabei helfen, die eigene Scham abzulegen. Das Internet hat dazu einen großen Beitrag geleistet, sich zu finden und zu verbinden. Es tut gut zu wissen, dass man mit seinem Fetisch, seinen Fantasien oder sexuellen Vorlieben nicht allein ist.
Vielleicht ist genau das der größte Wandel unserer Zeit. Nicht, dass Menschen heute mehr Fetische haben als früher, sondern dass sie heute deutlich einfacher Gleichgesinnte finden können. Das nimmt vielen die Angst vor Ablehnung und zeigt, dass sie mit ihren Wünschen nicht allein sind. Solange Fantasien auf gegenseitigem Einverständnis beruhen und niemandem schaden, gibt es keinen Grund, sich dafür zu schämen.


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